Ein Moment...

Zu jedem Quartal eine kurze Andacht.

„Solange die Erde besteht, wird es Saat und Ernte geben, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“
– Genesis 8,22

In den letzten Tagen begann vor unserem Haus wieder Grün aus der Erde zu sprießen. Besonders freue ich mich auf die Lilien. Noch sind es nur kräftige Knospen, im Sommer wer­den an den Stängeln für einige Wochen Blüten mit satten Farben sein. Im Herbst schneide ich die vertrockneten Stängel ab und warte auf den Frühling. Mir gefällt daran zweierlei: die wunderschönen Blüten und wie pflegeleicht die Blumen sind – wäre der Blütenerfolg von mei­ner gärtnerischen Kompetenz abhängig, wür­den sich die Knospen nicht aus der Erde trau­en. Ich habe einzig und allein die Zwiebeln ge­kauft und in die Erde gesteckt.
Momentan ist das Klima ja in aller Munde. Und auch andere Themen wie Energie und Mobilität sind damit verknüpft. Die Meinungen dazu ge­hen auseinander, unter Fachleuten und Laien. Das gibt viel Freiraum für persönlichen Meinun­gen und Diskussion. Ich finde es tröstlich, dass wir Menschen (höchstwahrscheinlich) nicht in der Lage sind, die Erdumdrehung (Tag/Nacht) oder die Neigung der Erdachse (Jahreszeiten) zu verändern. Gleichzeitig glaube ich an einen Gott, der uns nicht nur den Fortbestand der Erde verspricht, sondern für sich auch in An­spruch nimmt, diese Erde geschaffen zu ha­ben. Wenn ich an diesen schöpferischen Gott glaube, was ich tue, fordert mich das heraus, diesen Gott nicht nur mit Worten zu ehren, son­dern auch mit Taten in meinem Alltag. Ich will mit dem, was er geschaffen und mir anvertraut hat verantwortlich umgehen.
Ich darf mich an Gottes Liebe und Kreativität, konkret an seinen Lilien, erfreuen. Ich will ihm dankbar antworten und konkret mich um ein Umfeld sorgen, in dem ich mich auch in Zu­kunft noch an Lilien freuen kann.

Andreas Wagner