Ein Moment...

Zu jedem Quartal eine kurze Andacht.

Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Psalm 94,14

Wenn ich meinen Namen höre, reagiere ich instinktiv, auch wenn „Namensvettern“ neben mir stehen und ich weiß, dass ich nicht gemeint bin. Namen schaffen eine Identität, benennen Herkunft und Eigenschaften. Bei alten Namen oder Adelstiteln ist das oft noch deutlicher sichtbar. Namen haben aber auch Macht. Wenn ich den Namen einer Person kenne, kann ich diese direkt ansprechen, auch wenn viele anderen Menschen um diese herumstehen. Alle kennen diesen Satz: „Papa hat gesagt …“. Mal unabhängig davon, ob er das wirklich gesagt hat, entfaltet dieser Satz seine Wirkung. Als Vater kann ich Gott verstehen, der seinem Volk verbietet, seinen Namen zu missbrauchen. Und tagtäglich erfahren wir von Menschen, die im Namen Gottes unterwegs sind. Leider hören wir mehr von den zerstörerischen Unternehmungen. Wir wollen uns der entsprechenden Religion abgrenzen und vergessen dabei, dass unsere eigene Religion vor gar nicht so langer Zeit genauso handelte. Ist meine eigene Autorität so schwach, dass ich den Namen Gottes zur Verstärkung brauche?!
Befreiend erlebe ich da den obigen Text, einen Ausspruch Gottes. Dass ich Gott kenne hilft mir in der Frage meines Heils. Aber ich erlange durch mein Wissen keine Macht über Gott, er bleibt souverän. Aber auf seine souveräne Hilfe und Schutz ist Verlass!

Andreas Wagner