Ein Moment...

Zu jedem Quartal eine kurze Andacht.

Jesus zog sich immer wieder zurück in die Wüste und betete. (Lk 5,16)

Sommer ist die Zeit der Cafés – ob am Strand oder in der Fußgängerzone, mit Eis oder Ge­tränk, mit Sonnenbrille oder leichter Jacke. Auf jeden Fall wollen wir einander begegnen, la­chen und reden. Wir wollen die Sonne, den Wind und etwas Süßes genießen. Was ist da­bei das Wichtigste? Schwer zu sagen. Aber das Angenehme wollen wir teilen. Freude wird größer und hält länger, wenn wir sie teilen. Das kann jeder bestätigen, der aus dem Urlaub kommt und Freunden oder Kollegen davon er­zählt. Manchmal teilen wir auch Unangeneh­mes, Ärger und Leid. Dazu brauchen wir weder ein Café noch einen anderen besonderen Ort. Aber diese Orte ma­chen es leichter. So oder so suchen wir ein Ge­genüber. Wir Menschen suchen den Kontakt zueinander, wir brauchen den Austausch, Be­stätigung und Korrektur. Auch Jesus zog sich immer wieder zurück um zu beten, Gott zu be­gegnen. Das zeigt mir, dass der menschliche Kontakt wichtig ist, aber dass das Gebet mir eine Dimension eröffnet, die über menschliche Beziehungen hinausgeht. Im Gebet begegne ich meinem Schöpfer und Erlöser, dem Herrn meines Lebens. Und wie gestalte ich diese Begegnung? Suche ich die Ruhe, die angenehme Atmosphäre, in der ich auch zuhören kann? Oder will ich nur meinen Ballast loswerden um dann wieder im Alltag durchzustarten? Ist meine Begegnung mit Gott ein Arbeitsessen, bei dem wir gemein­sam meine Agenda abarbeiten? Selbstver­ständlich habe ich meine Anliegen, Wünsche und Sorgen. Aber wie in einer Begegnung im Café wollen wir auch gemeinsam lachen und einander zuhören. Ich will mich Gott öffnen, da­mit er mich versteht und ich ihn erkenne.

Andreas Wagner